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LEKTROMIK DS1
 

Produktbeschreibung

LEKTROMIK® DS1

Digitales Sanftanlaufgerät / Bremsgerät

Inhalt

Allgemein

Blockschaltbild

Funktionsbeschreibung

Gerätebeschreibung

Betriebszustände

Steuereingänge

Steuerausgänge

LED-Anzeigen

Display- und Bedieneinheit

Projektierung

Allgemein

Maschinensicherheit

EMV

Technische Daten

Allgemein

Gerätedaten


Allgemein

 

Das LEKTROMIK® DS1 ist ein elektronisches Motor-Steuergerät für den sanften Anlauf und sanften Auslauf oder das verschleißfreie Bremsen von Drehstrommotoren, insbesondere der Wirkungsgradklassen IE1 bis IE3.

Merkmale des LEKTROMIK® DS1

  •  
Dreiphasengesteuerter Sanftanlauf
Einstellbarer Drehmomentverlauf zur Schonung der Antriebskomponenten gegenüber Direktstart oder Stern-Dreieck-Umschaltung. 

  •  
Strombegrenzung
Reduzierung des Anlaufstromes bei der Startphase. 

  •  
Phasenausfall- und Drehfeldüberwachung
  •  
Integrierte Bypass Relais
Minimierung der Verlustleistung durch interne überbrückung der Leistungshalbleiter

  •  
Sanftauslauf
Gezieltes Auslaufen für Lasten mit einer großen Reibkomponente verhindert ein schlagartiges Abbremsen.

  •  
Hochlauf- und Auslaufzeiten getrennt einstellbar
  •  
Integrierte Gleichstrom-Bremse, vollgesteuert, 2-phasig
Zuverlässiges elektrisches Abbremsen des Antriebes.

  •  
Bremsfunktion erfüllt Anforderungen an PL = b gemäß DIN EN ISO 18349-1 (in Vorbereitung)
  •  
Integrierte Stillstandserkennung
Erkennung Motorstillstand und Überwachung der Stillsetzzeit.

  •  
Geeignet für Motoren in Delta-Schaltung
  •  
Integrierte Auswertung der Motorwicklungstemperatur
  •  
Optionale Schnittstellen
Modularer Ausbau mit den Schnittstellen: CANopen, Ethernet, Profinet, Modbus-TCP. Weitere auf Anfrage.

  •  
Steckbare push-in Steuerklemmen
Schnelle Montage vorkonfektionierter Steuerkabel bei Verwendung in Serienfertigung.

  •  
Schutzart IP20
  •  
Störungs-LED
Sofortige Erkennung eines Fehlers.

  •  
Zertifizierung gemäß DIN EN ISO 19085-1: 2018 optional.
Weitere Normen siehe Technische Daten

  •  
Mikroprozessor gesteuert
  •  
Einfache Bedienung über Dreh-Encoder-Knopf
  •  
2-zeiliges Display
  •  
Vordefinierte Parametersätze für verschiedene Applikationen
  •  
2 Speicher für Anwender-Parametersätze
Blockschaltbild

Abb. 1 Blockschaltbild

Funktionsbeschreibung

 

Folgende Betriebsarten stehen zur Verfügung:

Sanftanlauf – Bremsen
Sanftanlauf – Sanftauslauf
Sanftanlauf – Sanftauslauf in Delta-Schaltung

Für den Sanftanlauf und Sanftauslauf werden drei antiparallele Thyristormodule in einer vollgesteuerten Schaltung eingesetzt. Die Motorspannung wird durch Phasenanschnittsteuerung der drei Thyristorenpaare verstellt. Dabei bleibt die Speisefrequenz des Motors identisch der Netzfrequenz. Das Antriebsmoment ist in einem großen Bereich parametrierbar.

Für das Bremsen werden separate Thyristoren verwendet, um die Netzspannung gesteuert gleichzurichten. Der erzeugte Gleichstrom fließt durch zwei Wicklungen des Motors, wodurch ein stehendes magnetisches Feld erzeugt wird, welches die Drehbewegung des Läufers hemmt. Die Steuerung der Thyristoren erlaubt eine Einstellung des Bremsmomentes in einem großen Bereich.

Der Sanftanlauf/-auslauf in Delta-Schaltung ist nur möglich, wenn bei den Motoren alle 6 Wicklungsenden zum Anschluss verfügbar sind, und der Motor im Dreieck geschaltet ist. Gegenüber der Standardschaltung kann das Gerät dann bei Motoren mit 70% höherem Nennstrom eingesetzt werden.

Gerätebeschreibung


In einem Gehäuse sind die Prozessorbaugruppe, die Leistungsbaugruppe und die Displaybaugruppe integriert.

Die Prozessorbaugruppe steuert und überwacht alle Funktionen des Gerätes, verarbeitet die Eingänge und steuert die Ausgänge. Die Baugruppe liest folgende Größen ein:
   Synchronisationssignale (3-phasig) aus der Leistungseinspeisung L1, L2 und L3
   Motorspannung (3-phasig) an T1, T2 und T3
   Motorstrom (1-phasig) in T3
   Kühlkörpertemperatur.

Auf der Leistungsbaugruppe sind die Thyristoren, Relais und weitere leistungselektronische Komponenten zusammengefasst. Drei Bypass-Relais werden direkt von der Prozessor-Baugruppe angesteuert, die Ansteuerung der Thyristorgruppen erfolgt potentialgetrennt über Optokoppler.

Über die Display- und Bedieneinheit können Betriebsparameter angezeigt sowie die Konfiguration und Parameter verändert werden.

Betriebszustände


Einschalten Steuerspannung

Aktive Eingänge 
Bedingung
Aktion Checksummentest

Nach Einschalten der Steuerspannung erfolgt eine Prüfung der Checksummen des Firmware-Speichers und der Parameter-EPROMs.
Die Zündstufen der Thyristorbaugruppen sind gesperrt.
Die internen Bypass Relais und die Steuerausgänge sind ausgeschaltet.


Standby

Aktive Eingänge 
Bedingung Steuerspannung eingeschaltet
Keine interne Fehlermeldung
Aktion -

Die Steuerspannung ist eingeschaltet und es liegt kein Freigabe-Befehl vor. Die Zündstufen aller Thyristorbaugruppen sind gesperrt.
Die internen Bypass Relais und die Steuerausgänge ME und M0 sind ausgeschaltet.


Sanftanlauf

Aktive Eingänge  Befehle "Freigabe" und "Hochlauf"
Bedingung -
Aktion Sanftanlauf wird eingeleitet

Bei gegebenen Befehlen „Freigabe“ und „Hochlauf“ wird die Motorspannung mit einer variablen Rampenfunktion (ansteigender Zündwinkel des Phasenanschnitts) bis zur Vollaussteuerung erhöht. Die Anfangsspannung (= Einschaltmoment) und der Spannungsanstieg (= Beschleunigung) sind in einem großen Bereich parametrierbar.

Bei Überschreiten des eingestellten Anlaufstromes wird die Hochlauframpe angehalten und erst dann wieder freigegeben, wenn gemäß Motorkennlinie die Drehzahl erreicht und der Motorstrom abgesunken ist.


Hochlaufende

Aktive Eingänge  Befehle "Freigabe" und "Hochlauf"
Bedingung Sanftanlauf abgeschlossen
Aktion Bypass Relais aktivieren, Zündsignale der Thyristorbaugruppen abschalten

Ist der Sanftanlauf abgeschlossen, d.h. die Vollaussteuerung erreicht, und der Motorstrom unter einem definierten Wert gesunken, werden die Bypass Relais aktiviert. Anschließend werden zeitverzögert die Zündsignale der Thyristorbaugruppen abgeschaltet. Der Motorstrom wird weiterhin gemessen, um eventuelle Überlast zu erkennen.
Eine Meldung „Bypass aktiviert“ kann bei Bedarf auf den Steuerausgang MX konfiguriert werden.


Sanftauslauf

Aktive Eingänge  Befehl "Freigabe" 
Bedingung  Betriebsart "Sanftanlauf - Sanftauslauf" 
Signalübergang Befehl "Hochlauf" von 1 auf 0
Aktion  Sanftauslauf einleiten 

Durch Wegnahme des Befehls "Hochlauf" in der Betriebsarten "Sanftanlauf  – Sanftauslauf" oder "Sanftanlauf  – Sanftauslauf in Delta-Schaltung" wird der Sanftauslauf eingeleitet.

Die Thyristorbaugruppen werden in Vollaussteuerung gebracht (max. Zündwinkel). Nach einer Netzperiode werden die Bypass Relais deaktiviert und anschließend zeitverzögert die Motorspannung über eine parametrierbare Rampenfunktion bis Null zurückgenommen.

War das Hochlaufende nicht erreicht, wird lediglich die Motorspannung über eine parametrierbare Rampenfunktion bis Null zurückgenommen. Danach werden die Zündstufen der Thyristorbaugruppen gesperrt.


Bremsen

Aktive Eingänge  Befehl "Freigabe" 
Bedingung  Betriebsart "Sanftanlauf - Bremsen"
Signalübergang Befehl "Hochlauf" von 1 auf 0 
Aktion  Bremsvorgang einleiten 

Durch Wegnahme des Befehls "Hochlauf" in der Betriebsart "Sanftanlauf – Bremsen" wird das Bremsen eingeleitet.

Die Thyristorbaugruppen werden in Vollaussteuerung gebracht (max. Zündwinkel). Nach einer Netzperiode werden die Bypass Relais deaktiviert und anschließend zeitverzögert die Thyristorbaugruppen abgeschaltet und die Zündstufen gesperrt. War das Hochlaufende nicht erreicht, werden die Thyristorbaugruppen sofort gesperrt.

Nach der Bremseinschaltverzögerung werden die Bremsthyristoren angesteuert. Der einstellbare Bremsstrom bestimmt das Bremsmoment.

Stillstandserkennung

Während des Bremsvorgangs wird die Motorspannung zur Stillstandserkennung ausgewertet. Dabei wird die induzierte Spannung in der nicht vom Bremsstrom durchflossenen Wicklung gemessen. Diese induzierte Spannung ist ein Indikator für den drehenden Motor. Zu Beginn des Bremsvorganges wird überprüft, ob die induzierte Spannung in einem plausiblen Bereich liegt. Dies dient der Eigendiagnose des Systems.
Während des Bremsvorganges wird die induzierte Spannung weiter gemessen und überprüft, ob sie einen definierten Wert unterschreitet. Wenn ja wird der einstellbare Bremsnachlauf ausgelöst.

Der Bremsbetrieb endet mit Sperren der Zündstufen der Bremsthyristoren entweder nach der Nachbremszeit, wenn der Motorstillstand erkannt wurde, oder nach der maximalen Bremszeit, wenn kein Motorstillstand erkannt wurde (Überwachung der gebremsten Auslaufzeit mit Fehlermeldung).

Danach wird die Meldung „Ein“ deaktiviert und geprüft, ob keine Netzspannung an den Anschlüssen L1, L2 und L3 mehr erkannt wird.
Wurde während des Bremsvorganges Motorstillstand erkannt wird jetzt die Meldung „Stillstand“ (M0) ausgegeben.


Auslaufende

Aktive Eingänge  Befehl "Freigabe" 
Bedingung  Sanftauslauf oder Bremsvorgang sind beendet
Aktion  Alle Zündstufen der Thyristorbaugruppen sind gesperrt.

Der Befehl "Freigabe" steht noch an und der Sanftauslauf oder der Bremsvorgang sind beendet.
Alle Zündstufen der Thyristorbaugruppen sind gesperrt.
Die internen Bypass Relais und der Steuerausgang ME sind ausgeschaltet.


Ausschalten (DC 24V)

Aktive Eingänge  -
Bedingung  -
Aktion  Alle Zündstufen sind gesperrt
Alle Relais sind AUS



Die Abbildungen 2 und 3 verdeutlichen den Signalverlauf für die Betriebsarten Sanftanlauf – Sanftauslauf und Sanftanlauf – Bremsen.

Abb. 2 Signalverlauf Sanftanlauf / Sanftauslauf

Abb. 3 Signalverlauf Sanftanlauf / Bremsen



Steuereingänge

 

Die Steuereingänge sind potentialfreie Optokopplereingänge.

Logisch 1 Eingang angesteuert oder aktiv
Logisch 0 Eingang nicht angesteuert oder nicht aktiv

Sie sind ansteuerbar von einer SPS oder über Kontakte mit Hilfsspannung.


Eingang 1 / BF (Befehl Freigabe)

0 Das Gerät ist bzw. wird gesperrt. Keine Funktion wird ausgeführt bzw. eine ausgeführte Funktion (Sanftanlauf, -Auslauf oder Bremsen) wird abgebrochen.
1 Das Gerät ist freigegeben

Sofern für die Applikation keine kontinuierliche Freigabe zulässig ist, d.h. Parameter Eingang 1 / BF = Schalter, muss nach Einschalten der 24VDC-Steuerspannung zum Aktivieren des Befehls ein Zustandswechsel von 0 nach 1 erfolgen.


Eingang 2 / BH (Befehl Hochlauf)

0 Das Gerät wechselt vom Betriebszustand Sanftanlauf / Hochlaufende zu Sanftauslauf oder Bremsen, je nach Konfiguration.
1 Das Gerät startet den Sanftanlauf bzw. wechselt vom Betriebszu­stand Sanftauslauf / Bremsen / Auslaufende in den Betriebszustand Sanftanlauf.

Sofern für die Applikation kein kontinuierlicher Hochlaufbefehl zulässig ist, d.h. Parameter Eingang 2 / BH = Schalter, muss nach Einschalten der 24VDC-Steuerspannung oder nach deaktivierter Freigabe (BF = 0) zum Aktivieren des Befehls ein Zustandswechsel von 0 nach 1 erfolgen. Der Zustandswechsel muss erfolgen, nachdem BF = 1 wurde.


Eingang 3 / BX (Eingang für Sonderfunktionen)

Die Verwendung ist konfigurierbar für:

   Keine Funktion

 

   Störung quittieren
     Zustandswechsel von 0 nach

 
1 = quittieren

   Startpuls aktivieren

1 = aktivieren 1)
   Startoffset aktivieren 1 = aktivieren 1)

1) Zustandsänderungen nach Start des Hochlaufs werden ignoriert


Motor-PTC

Eingang für Anschluss der Motor-Temperaturüberwachung. Erlaubt sind Motor-PTC oder Temperaturschalter.

0 Übertemperatur
1 Temperatur normal

Wird kein Motor-PTC verwendet, ist der Eingang zu brücken.

Steuerausgänge

 

Die Steuerausgänge sind potentialfreie Kontakte (Relaisausgänge).

Logisch 1 Kontakt geschlossen
Logisch 0 Kontakt offen


Ausgang 1 / MB (Meldung BEREIT)

0 - bei Fehlen der Versorgungsspannung (24VDC) oder
- während der Initialisierung (Betriebszustand EINSCHALTEN) oder
- während der Anzeige einer Fehlermeldung oder
- während der Konfiguration über die Service-Schnittstelle oder
- während der Konfiguration im Menü (Einstellungen bearbeiten)
1 wenn keine der obigen Bedingungen erfüllt ist

Dieser Ausgang ist z.B. zur externen Verriegelung des Hochlauf-Befehles verwendbar.


Ausgang 2 / ME (Meldung EIN)

0 Gerät ist nicht betriebsbereit (MB = 0) oder es befindet sich im Betriebszustand Auslaufende oder Standby
1 Gerät befindet sich in einem der Betriebszustände: Sanftanlauf, Hochlaufende, Sanftauslauf, Bremsen

Dieser Ausgang ist zur Ansteuerung des Hauptschützes vorgesehen. Dadurch öffnet bzw. schließt das Hauptschütz stromlos, die Lebensdauer der Schützkontakte wird somit erheblich verlängert.


Ausgang 3 / M0 (Meldung Stillstand)

0 - Gerät ist nicht betriebsbereit (MB = 0) oder
- während der Betriebszustände Sanftanlauf / Standby / Hochlaufende / Sanftauslauf und
wenn im Betriebszustand Bremsen eine der unten genannten Bedingungen nicht erfüllt ist
1 wenn im Betriebszustand Bremsen Motorstillstand erkannt wird und
die Thyristoren gesperrt sind und
Meldung ME deaktiviert ist und
Freigabe BF aktiviert ist und
kein sonstiger Fehler erkannt wird.


Ausgang 4 / MX (Ausgang für Sonderfunktionen)

Die Verwendung ist konfigurierbar für:

   Keine Funktion  
   Warnung Gerätetemperatur 1 = Warnung
   Alle Warnungen 1 = Warnung
   Fehler Typ 2 1 = Fehler
   Alle Fehler 1 = Fehler
   Bypass aktiviert 1 = Bypass aktiviert
   Bremse lösen (optional) 1 = lösen

LED-Anzeigen


Auf der Steuerplatine des LEKTROMIK® DS1 befinden sich 2 LED-Anzeigen:

Die rote Störungs-LED signalisiert einen Fehlerzustand.

Aus: es liegt kein Fehler vor
Ein oder blinkend: Störung

Details zu Fehler oder Warnung: siehe Menü – Meldungen am Gerät.

 

Die grüne LED signalisiert die Meldung „BEREIT“ und entspricht dem Status des Steuerausgangs 1 / MB.



Aus: das Gerät ist nicht betriebsbereit
  Ein: das Gerät ist betriebsbereit


Display- und Bedieneinheit

Display
Drehencoder

Abb. 4 Display- und Bedieneinheit


Das LEKTROMIK® DS1 ist mit einem zweizeiligen LCD-Display zur Anzeige von Betriebszuständen und Konfiguration / Parametern ausgestattet. Die Hintergrundbeleuchtung hat eine einstellbare Leuchtdauer. Beim Betätigen des Drehencoders oder Tasters schaltet die Hintergrundbeleuchtung ein.


Drehencoder

Drehen

-         Navigation in den Statusanzeigen
-         Navigation in den Menüs, Anwahl und Eingabe von Werten

Drücken

-         Bestätigung der Eingabe / Auswahl
-         Anwahl Menüpunkt

Projektierung
Allgemein


Bestimmungsgemäße Verwendung:

LEKTROMIK DS1 - Geräte sind Einbaugeräte zur Montage in ein geeignetes Gehäuse (in der Regel Schaltschrank) als Teil einer Maschine oder elektrischen Anlage.
Die Technischen Daten und Angaben zu Anschlussbedingungen sind dem Leistungsschild und der Produktbeschreibung zu entnehmen und unbedingt zu beachten.


Auslegung allgemein:

Gutes An- bzw. Auslaufen hängt von vielen Parametern ab, z.B. Motortyp, Momentenreserven, Verhalten der Last, Getriebeart usw. Eine Antriebsauslegung ist für neue Anwendungen sinnvoll, wenn nicht notwendig. Wenn alle wesentlichen Daten des Antriebs und der Last bekannt sind kann KIMO behilflich sein.


Sanftauslauf oder Gleichstrombremse:

Entscheidend sind das Trägheitsmoment der Last und eventuell vorhandene Reibung. Falls beim Ausschalten die Last sehr schnell zum Stillstand kommt ist die Betriebsart Sanftanlauf / Sanftauslauf ausreichend. Bei großen Trägheitsmomenten ist meist der Einsatz einer Gleichstrombremse (Betriebsart Sanftanlauf / Bremsen) erforderlich.


Schweranlauf:

Entscheidend sind das Trägheitsmoment der Last und das Gegenmoment beim Anfahren. Wenn alle wesentlichen Daten des Antriebs und der Last bekannt sind kann KIMO behilflich sein.


Hohe Schalthäufigkeit:

Die maximale Schalthäufigkeit des Motors ist bei Kenntnis der Last (Trägheitsmoment, Reibung) aus Daten des Motorherstellers zu ermitteln. Ein Motor mit legiertem Läufer und ggf. einer höheren Isolationsklasse kann die Schalthäufigkeit des Motors deutlich erhöhen.


Spannungsversorgung:

Für Einsatz in IT-Netzen größer als die Bemessungs-Isolationsspannung bitte Rücksprache mit KIMO.


Geräteschutz gegen Kurz- und Erdschluss:

Für den Schutz des Gerätes gegen Kurz- und Erdschlüsse auf der Motorseite sind Halbleitersicherungen einzusetzen. Das max. zulässige Ausschalt-i2t ist in den technischen Daten angegeben. Da für die Auslegung der Sicherung viele Parameter (Netzspannung, Lastspiel, Temperatur etc.) zu berücksichtigen sind, kann hier keine generelle Empfehlung gegeben werden.


Leitungsschutz:

Kurzschluss- und Überlastschutz der Verdrahtung, auf den Kabelquerschnitt (z.B. nach EN 60439-1, EN 60204-1 bei Maschinen) abgestimmt ist vorzusehen. Weitere Leistungs- oder Motorschutzschalter oder Sicherungen sind erforderlich. Die Steuerspannung (Klemmen 11-12/13-14) ist mit mindestens 2 A abzusichern.


Thermischer Schutz:

LEKTROMIK DS1 - Geräte sind für Dauerbetrieb mit Motoren bis zur angegebenen Leistung ausgelegt. Voraussetzung für den thermischen Schutz des Regelgerätes und des Motors ist ein thermisch verzögertes Überstromrelais, ein Motorschutzschalter, vorzugsweise ein Motor mit Thermistorschutz bei Antrieben mit hoher Schalthäufigkeit.
Anlaufstrom und -zeit dürfen den zulässigen Wert nicht überschreiten.


Lastspiel nach Produktnorm EN60947-4-2:

30A: AC-53b: 6-6: 354;

wobei 30 A: Nennstrom INGerät
AC-53b: Sanftanlauf mit Überbrückung während Betrieb
6-6: Max. Anlaufstrom ist 6-fach INGerät während 6 s
354: Minimale Wartezeit [s] zwischen einem erfolgten und einem neuen Anlauf-Bremszyklus bei max. Anlaufstrom und Zeit
IAB / INGerät

ta + tb
3 4 5 6
2 150 100 50 30
4 75 50 25 15
6 50 33 17 10
10 30 20 10 x
15 20 13 x x
20 15 10 x x
30 10 x x x

Tab. 1: Zulässige Schaltspiele pro Stunde in Abhängigkeit vom Vielfachen des Anlauf- bzw. Bremsstromes bezogen auf den Gerätenennstrom und der Summe aus Anlauf- und Bremszeit.
INGerät: Gerätenennstrom (30A)
IAB: Anlauf- bzw. Bremsstrom
ta: Anlaufzeit
tb: Bremszeit
x: nicht zulässig


Beispiel:Motornennstrom: 22 A
Anlaufstrom: 5-fach = 110 A
IAB / INGerät = 110 A/ 30 A = 3,67
ta + tb = 15 s
Schaltspiel pro Stunde: 16 (interpoliert)


Maschinensicherheit

 

LEKTROMIK DS1 - Geräte sind sehr zuverlässig. Trotzdem darf die Sicherheit von Menschen, Maschinen oder Anlagen nicht von der korrekten Funktion oder Einstellung abhängen, ggf. sind zusätzliche Einrichtungen für die Sicherheitsabschaltung vorzusehen (z.B. zwangsgeführte Federspeicherbremsen, Fangbremsen).



EMV


Allgemein:

LEKTROMIK DS1 - Geräte sind nicht selbständig betreibbare Antriebskomponenten. Die elektromagnetische Verträglichkeit hängt von der Anlagenkonfiguration ab. Projektierung, Installation und Inbetriebnahme darf nur durch geeignetes Fachpersonal ausgeführt werden.


Störaussendung:

Beim Einsatz von LEKTROMIK DS1 im Industriebereich mit eigener Trafostation (Stör-Grenzwert A) sind keine Maßnahmen notwendig. Beim Einsatz im Wohn-, Geschäfts- und Gewerbebereich mit Anschluss am öffentlichen Netz (Stör-Grenzwert B) ist folgendes zu berücksichtigen:

  • wird ggf. noch festgelegt


Störfestigkeit:

Beim Abschalten von Schütz- und Relaisspulen bzw. elektrischen Bremsen können Funkstörungen eines sehr hohen Störpegels ausgestrahlt werden. Es sind grundsätzlich geeignete Maßnahmen zu treffen.

  • Gleichstrombestätigung: Entstördiode

  • Wechselstrombestätigung: RC-Glieder

Die Steuerleitungen sind möglichst kurz und fern von Netz-, Motor- oder anderen Kabeln, die hohe Störpegel aufweisen könnten, zu verdrahten. Steuerleitungen sind nur bis 30 m Länge zulässig und ab 3 m Länge geschirmt auszuführen. Die direkte Verdrahtung außerhalb des Schaltschrankes ist nicht vorgesehen.

Technische Daten
Allgemein


Netzspannung, Isolation

 

 

Spannung

3AC 200 … 480 V       -15 … +10 %

Nennspannung

Frequenz

50 … 60 Hz ± 2%

 

Überspannungskategorie

(EN 60664-1)

III

Nur zur Verwendung an TT/TN Netzen mit geerdetem Sternpunkt.

Bemessungs-Isolationsspannung gegen PE

AC 300V

 

 

 

 

Umgebungsbedingungen

 

 

Zulässige Temperaturen

   0 … + 40 °C

Normaler Betrieb

 

-25 … + 55 °C

Lagerung

 

-25 … + 70 °C

Transport (kurzzeitig)

Klimatische Bedingungen

Klasse 3K3
(EN 60721-3-3)

5 … 85 % relative Luftfeuchte

 

Sonstiges

Die Kühlluft muss weitgehend staubfrei, nicht korrosiv, nicht entflammbar sein.

Verschmutzung

Verschmutzungsgrad 2
(EN 60664-1)

Nur trockene, nicht leitfähige Verschmutzung, gelegentlich leichte Betauung im ausgeschalteten Zustand zulässig.

Aufstellhöhe

Max. 2000 m über NN

≥ 1000 m: 1,5% / 100 m Leistungsreduzierung

 

 

 

Sicherheit

 

 

Angewandte Normen

EN 60947-4-2, EN 50178

 

Schutzklasse

I (EN 61140)

Basisisolierung und Schutzleiter. Der Anwender ist für den sachgemäßen Anschluss des Schutzleiters (PE) verantwortlich.

IP-Schutzart

IP20 (EN 60529)

Fingersicherheit

Signal- und Steuerklemmen

Der Steuerkreis ist durch Basisisolierung vom Netzpotential getrennt. An den Steuerkreis angeschlossene Komponenten (z.B. Bedienelemente) müssen durch zusätzliche Isolierung gegen direktes Berühren geschützt werden.

 

 

 

EMV

 

 

EMV-Richtlinie

Bei Dauerbetrieb wird Stör-Grenzwert B für Betrieb im Wohn-, Geschäfts- und Gewerbebereich sowie Kleinbetrieben am öffentlichen Stromversorgungsnetz (einschließlich Behörden, Banken, Krankenhäuser usw.) eingehalten.

Niederspannungsrichtlinie

Die Anforderungen der Europäischen Niederspannungs-Richtlinie für CE-Kennzeichnung sind erfüllt.


Gerätedaten


 

15DS1 - 11

 

Nennleistung des Motors

15  kW  bei 400VAC

 

Mindestleistung des Motors

2,2 kW

 

Nennstrom

30 A

 

Bremsstrom     

Max. 5-fach  I nenn

 

Anlaufstrom

Max. 6-fach I nenn

 

 

 

 

Steuerspannung

24   VDC   ± 20%

 

Steuereingänge

Optokoppler, geeignet für DC 24V Industrielogik (Eingangsbelastung ca. 5 mA)

 

Steuerausgänge
Schaltspannungsbereich
Schaltstrom

 
AC 250V, DC 24 V
Max. 2 A

 

 

 

 

EN 60947-4-2
-          
Anwendungsklasse   1)
          Sanftanlauf nach 


30A: AC53b:
6-6:354 

Siehe Kapitel Projektierung

Verlustleistung im Dauerbetrieb
(nach Hochlauf)

ca. 20 W

 

 

 

 

Halbleitersicherungen    2)
max. Ausschalt I2t – Vermögen der Halbleitersicherung  bei 25°C
  

20.000 A2s

 

Anschlussleitungen  3)
Klemmfähigkeit
Netz- und Motoranschluss
Steueranschluss

 

2,5 … 10 mm2
0,75 … 2,5 mm2

 

Kühlung

Konvektion, optional Lüfter

 

Zulässige Kühlkörpertemperatur

Abhängig vom aktuellen Motorstrom:
- bis zum 4-fachen des Gerätenennstroms: 85 °C
- bis zum 6-fachen des Gerätenennstroms: lin. fallend bis 65 °C
 

 

Gewicht

ca. 3 kg

 

Höhe

235 mm

 

Breite

  90 mm

 

Tiefe

195 mm

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bestell – Nummer

  8110.322

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Optionen

Bezeichnung

Bestell-Nr.

 

Zertifizierung gemäß EN ISO 19085-1: 2018 für Holzbearbeitungsmaschinen   

in Arbeit.

 

 

 

 

1)       EN60947-4-2 ist eine Produktnorm für elektronische Sanftanlaufmodule, die die Angabe folgender Daten vorschreibt:

 -  Anwendungsklasse, z.B. 12 A: AC-53b: 2.5-15: 110;
wobei 12 A: Nennstrom IN
AC-53b: Sanftanlauf mit Überbrückung  während Betrieb
2.5-15: Max. Anlaufstrom ist 2,5 IN während 15 s
110: Minimale Wartezeit [s] zwischen einem erfolgten und einem neuen Anlauf bei  max. Anlaufstrom und Zeit
   
- Ausführungsart: 2: Sanftanlauf
  1: Sanftanlauf mit Sanftauslauf

 

2)       nicht im Lieferumfang enthalten

 

3)       Kabelquerschnitt (feindrähtig mit Aderendhülsen) in Anlehnung an EN60204-1 mit    geeignetem Überlastschutz

 


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